Hafen von Rotterdam

Im Hafen von Rotterdam

Der Hafen von Rotterdam zählt zu den größten Seehäfen der Welt und ist der größte Hafen Europas. Das Gebiet selbst erstreckt sich über eine Fläche von 10.000 Hektar und reicht knapp 40 Kilometer von der Rotterdamer Innenstadt bis Hoek van Holland im Süden. Im Hafen von Rotterdam wird allein etwa sieben Prozent des niederländischen Bruttoinlandsprodukt erwirtschaftet. Er bietet etwa 320.000 Menschen Arbeit.

Ein Hafen der Superlative

Rund 280 Millionen Tonnen Güter werden jährlich an Rotterdamer Schiffsterminals umgeschlagen, was das Gelände zum drittgrößten Seehafen der Welt macht. Ungefähr 35.000 See- und 120.000 Binnenschiffe transportieren diese kaum vorstellbare Menge an Waren, die aus flüssigem wie festem Gut besteht. Rotterdam ist in Europa der wichtigste Handelspunkt für Erdöl, das 80 Prozent des flüssigen Guts  ausmacht. Jährlich werden circa 95 Millionen Tonnen von riesigen Tankern aus acht Ölhäfen zu den umliegenden Raffinerien gebracht und über Pipelines in das europäische Hinterland gepumpt. Neben Erdöl werden an Flüssiggut auch Chemikalien, Öle, Fette und ganz profaner Fruchtsaft verschifft. Als trockenes Gut läuft beispielsweise ein großer Teil der in Europa importierten Kohle durch den Rotterdamer Hafen. Weniger bekannt , aber zunehmend wichtiger, ist der Rotterdamer Obsthafen „Fruitport“. Gemüse und Früchte geben auf der Rangliste der am meisten verschifften Waren den Ton an. Im Jahr 2000 wurden 900.000 Tonnen Grünes im Rotterdamer Port umgeschlagen, Tendenz steigend. Nicht ohne Grund befindet sich die europäische Börse für Zitrusfrüchte in der Stadt.

Kleine Hafengeschichte

Die Entstehung des Hafens ist in das 14. Jahrhundert zu datieren. Ein wichtiges Ereignis in der Geschichte des Ports ist die Entstehung des „Nieuwe Waterweg“, der zwischen 1866 und 1872 gegraben wurde, um Rotterdam mit dem offenen Meer zu verbinden. Bis 1920 lag der Hauptteil des Hafengebiets noch sehr innenstadtnah, doch mit steigender wirtschaftlicher Bedeutung forderte das Gebiet immer mehr Raum. Zunächst wuchs das Gelände entlang des Nordufers der Maas, während sich im südlichen Stadtteil Feyenoord (bekannt durch seinen Fußball-Ligisten) die Hafenarbeiter ansiedelten. Seither vergrößert sich der Hafen der südholländischen Stadt stetig, auch heute noch. In den Sechzigerjahren war so dringend Platz erforderlich, dass vor der Küste Land gewonnen werden musste: Hinter der heutigen „Maasvlakte“ verbirgt sich ein aufgespültes Sandriff, das nach dem holländischen Modell der Landgewinnung (Poldermodell) aufgeschüttet wurde. Die Maasvlakte ist bisher der am weitesten ins Meer hineinragende Hafenteil. Ein ähnliches Projekt mit dem Namen „Maasvlakte 2“ ist in Planung, da der Platz erneut knapp geworden ist.

Altes Hafengelände im neuen Design

Nach der deutschen Bombardierung 1940 konnte der Hafenbezirk südlich des Maasufers nicht mehr gewerblich genutzt werden und verfiel zusehends. Das sogenannte „Kop van Zuid“ mit dem Wilhelminapier liegt direkt gegenüber der Innenstadt und wurde in den vergangenen Jahren von Grund auf erneuert. Was früher Anlegeplatz  großer Hochseeschiffe der Holland-Amerika-Linie war, ist jetzt mit modernen Architektur-Kunstwerken versehen. Historischer Zeuge ist das legendäre „Hotel New York“ vor Kopf des Piers, ehemals Hauptquartier der Holland-Amerika-Linie.